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| Sep 15 |
Love Exposure237 Minuten, die einem nicht vorkommen wie knapp 4 Stunden. Was einem hier erwartet, sprengt so ziemlich alle kühnsten Vorstellungen. Dieses Monster an Film behandelt doch tatsächlich Themen wie: Liebe (klar!), Glaube und wie man davon abkommt, Sünde, Sektentum, Perversionen, Fanatismus, Erlösungssuche, verbotenes Begehren, Eifersucht & Intrigen, Bibelzitate (manchmal auch gern 2 bis 3 Minuten lang, aber kongenial die Liebe reflektierend), weibliche Unterwäschefotos und wie man sie schießt (die irrwitzigste Idee seit langem) & Erektionen und viel, viel, viel mehr. Yu, ein Priestersohn sucht die Liebe des Vaters und findet sie im Sündigen, nur so ist er dem Vater während der Beichte nahe – auch wenn durch Gewalt. Doch bald tritt eine Frau, Kaori, in das Leben des Priesters. Aber auch Yu entdeckt bald seine Heilige Maria(!), die schöne Yoko, während die intrigante Koike, die, 17 Berufe ausübend, samt Sidekicks für Trouble sorgt und ihren ganz eigenen Plan verfolgt. Und das ist erst der Anfang. “LOVE EXPOSURE” (‘Ai No Mukidashi’ oder zu deutsch ‘Entblößung der Liebe’) von Sion Sono nennt sich dieses Ungetüm, welches wunderbar bildgewaltig und dennoch gefühlvoll zwischen Drama, Komödie, Action, Pathos, Skurrilität und sonstigen, für japanische Filme häufiger gepachtetes Potpourri pendelt. Absolut sehenswert. Untermalt wird das Ganze mit Sakralmusik, Ravels Bolero, Beethovens 7. & Yura Yura Teikoku. Und der Trailer wird dem Film in keinster Weise gerecht – wie auch – bei 4 Stunden. Text: Philip Januschew |